Spanking-Wissen


Das erste Spanking-Erlebnis

Vorbereitung

Der Schlüssel für ein erfüllendes und sicheres Spanking ist eine funktionierende Kommunikation zwischen den Partnern. Daneben sollten sich beide Partner auf grundlegende Regeln für das Spanking-Abenteuer verständigen. Insbesondere bei unerfahreneren Partnern ist es ratsam, nichts zu überstürzen und alles langsam angehen zu lassen. Zur beidseitigen Sicherheit und auch um stimmungskillende Missverständnisse gar nicht erst aufkommen zu lassen, sollte immer ein Safeword (Sicherheitswort) vereinbart werden. Das Safeword sollte ein Begriff sein, der im normalen Sprachgebrauch selten oder nie verwendet wird. Das gewählte Wort sollte außerdem leicht zu erinnern sein. Großer Vorteil der Verwendung eines Safewords ist, dass dadurch die Grenzen des Rollenspiels eindeutig festgelegt sind. Wird das Safeword genannt, wird das Spiel sofort unterbrochen. Wird es hingegen nicht genannt, bewegt sich das Spiel für beide Partner noch im Bereich des Spaßes, wobei auf ein Betteln und Flehen des Partners – so überzeugend es auch gespielt wird –nicht eingegangen werden muss und keine Missverständnisse aufkommen, ob tatsächlich ein Abbruch des Spiels gefordert wird oder nicht. Ein „Nein, bitte, hör auf… hör auf.“ kann damit getrost in ein „Ja, ich will mehr.“ umgedeutet werden. Diese praktische Regel hilft also dem aktiven Partner in der Einschätzung, wie weit er gehen darf und gibt ihm die Gewissheit die Grenzen des Gespankten nicht zu überschreiten. Die Benutzung eines Safewords zeigt auch, dass Verantwortungsbewusstsein und Vertrauen das A und O eines jeden Spanking-Erlebnisses darstellt. Gesunder Menschenverstand verbietet es zudem, dass unüberlegt und blind auf den Gespankten eingedroschen wird, sondern stets seine Körperreaktionen aufmerksam beobachtet werden: Fühlt sich mein Partner wohl? Hält er mehr aus als er eigentlich möchte? Auf der anderen Seite muss der aktive Partner sich darauf verlassen können, dass der Gespankte artikuliert, wenn es für ihn zu intensiv wird. Der Gespankte wiederrum muss Vertrauen haben, dass der Spanker die gesetzten Grenzen respektiert und einen vernünftigen, sicheren Umgang mit dem Paddle praktiziert. Ein Mindestmaß an Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit sollten beide Partner daher mitbringen.

Sind diese grundlegenden Spielregeln geklärt kann es eigentlich losgehen. Um sich voll auf das Spanking-Abenteuer einzulassen, sollten jedoch noch zuvor alle möglichen Störquellen von außen abgestellt werden. Dazu gehört auch, das Smartphone auf stumm zu schalten. Wie beim Sporttreiben sollte auch vor dem Spanking aller Schmuck (Ringe, Uhren, Ketten) vorher abgelegt werden - die Verletzungsgefahr ist schlicht zu hoch. Zu guter Letzt suchen Sie sich alle Spanking-Instrumente zusammen, die Sie verwenden wollen: Ob das Holzlineal aus der Küchenschublade oder das professionelle BDSM-Holzpaddle. Natürlich können (gerade zu Beginn) auch die flache Hand verwendet werden. Auf Dauer macht dies aber nicht ansatzweise so viel Spaß wie ein furchteinflößendes Holzpaddle, süße Plüsch-Handschellen oder Augenbinden.

Welche Körperstellen eignen sich zum Spanking?

Grundsätzlich eignen sich alle Körperstellen, an denen sich viel Fettgewebe oder große Muskeln befinden. Die mit Abstand beliebteste Körperstelle, die beide Eigenschaften vereint, ist das Gesäß: Der Pomuskel (Musculus gluteus maximus) ist der stärkste Muskel des menschlichen Körpers, zudem befindet sich eine ausgeprägte Fettschicht im Gesäßbereich, was diese Stelle optimal für das Spanking qualifiziert. Bei sachgemäßer Ausübung treten daher keine körperlichen Schäden auf und doch kann ein intensives Schmerzgefühl zugefügt werden. Vereinzelt kann auch mit einer leichteren Intensität die Hinterseite der Oberschenkel miteinbezogen werden. Während des Spanking sollten die Muskeln nicht angespannt und locker gelassen werden. Unbedingt zu vermeiden sind hingegen Schläge auf Körperstellen, an denen sich unmittelbar unter der Hautoberfläche Knochen, Gelenke, Sehnen oder größere Gefäße befinden. In der Nähe des Gesäßes sind daher die Bereiche nahe der Nieren, der Hüftknochen und am Steiß unmittelbar von Schlägen zu verschonen, da sonst ernste körperliche Schäden drohen. Als Faustregel kann ein Stringtanga dienen: Alle Bereiche unterhalb des Tangas bis zu den Ansätzen der Oberschenkel sind im Allgemeinen geeignet.

Wo mit dem Spanking Paddle schlagen?

Besondere Vorsicht sollte man bei schweren Paddle walten lassen, da die Schlagintensität bis tief in das Gewebe eindringen kann. Der Bereich am Gesäß ist übrigens nicht nur wegen des Muskel- und Fettgewebes so beliebt. Ein weiterer Grund ist, dass in diesem Bereich eine Vielzahl von zentralen Nervenbahnen verlaufen, welche auch zu den männlichen bzw. weiblichen Geschlechtsorganen führen. Die Stimulation des Gesäßbereichs geht damit auch mit einer Stimulation der Sexualorgane einher. Die beiden zentralen Motive für das erotische Spanking sind zum einen das Rollenspiel zwischen dominantem und devotem Partner und zum anderen das Spankinggefühl als solches. Für unterschiedliche Menschen sind beide Teilaspekte dabei unterschiedlich wichtig: Für manche ist das Spanking nur spielerische Ausmalung des Rollenspiels, für andere steht das körperliche Schmerzgefühl beim Spanking im Vordergrund.

Auf was ist beim Schlagen zu achten?

Grundsätzlich ist anzuraten, die Intensität des Spiels sukzessive zu steigern, beginnend mit sanften Klapsen (mit der flachen Hand) bis hin zu deutlich spürbaren Hieben mit dem Paddel. Die Startphase zu Beginn dient dem Anwärmen und Vorbereiten der Haut (Warm Up). Der Ablauf des Spanking erfolgt demnach gemäß der Leitsatz: Beginne langsam, baue auf, beende intensiv. Bevor ein neues Schlaginstrument am Partner erprobt wird, sollte sich der Spanker durch Probeschläge zunächst von der Schlagwirkung einen Eindruck verschaffen, sodass er die Dosierung bei der späteren Anwendung richtig einschätzen kann. Bei sehr intensivem Spanking mit einem Holzpaddle kann es vorkommen, dass das Klatschgeräusch auch noch von Nachbarn vernommen wird. Um das Schlaggeräusch abzumildern, kann das Gesäß mit Stoff bedeckt werden, was jedoch eine Reduktion der Schmerzwirkung zur Folge hat. Beim Spanking mit der Hand entsteht ein weniger lautes Geräusch, wenn die Handfläche leicht geöffnet auf das Gesäß trifft. Eine geschlossene, nach innen gewölbte Handfläche erhöht die Schlaglautstärke. Haupteinfluss auf die Lautstärke ist jedoch die Schlagstärke: Um bei reduzierter Schlaggeschwindigkeit die gleiche Schmerzintensität zu erreichen, kann die Frequenz mit der die Schläge erfolgen, erhöht werden. Wie und wo man das Spanking-Abenteuer beginnt, ist der Phantasie jedes Einzelnen überlassen: Die Couch erfüllt seinen Zweck ebenso wie das Bett oder der Küchentisch. Zu Spankingbeginn sollten beide Partner eine bequeme Sitz- bzw. Liegeposition einnehmen. Für Beginner eignet sich die Übers-Knie-Stellung besonders gut. Diese kann auf einem Bett oder Couch eingenommen werden, sodass der Kopf des Gespankten ein wenig unterstützt wird. Überhaupt sind Kissen eine gute Möglichkeit das Komfortlevel des Gespankten auf ein Mindestmaß erhöhen. Der Gespankte kann sich alternativ über einen Stuhl lehnen. Denkt daran die Position ab und an zu wechseln. Unterschiedliche Orte beleben die Phantasie und beugen Eintönigkeit vor. Für Beginner eignet sich ein langsamer, sanfter, spielerischer Start, um sich an die Klapse zu gewöhnen. Bevor ein Paddle eingesetzt wird, kann als Trockenübung zunächst die flache Hand verwendet werden. Durch die Aufwärmphase können sich beide Partner langsam an die Atmosphäre gewöhnen und – wie bei sportlicher Betätigung – können sich auch die Muskeln aufwärmen. Eine relaxte Atmosphäre entspannt den Körper. Entspannte Gesäßmuskeln fördern zudem das Vergnügen beim Spankingerlebnis. Sind die Pobacken pink, ist es Zeit, dickere Geschütze aufzufahren. Das Holzpaddle überführt das zarte Pink je nach Frequenz und Schlaghärte mehr oder minder schnell in ein dunkles Rot. Bei erfahrenen Anwendern kann sich ein Feuerrot anschließen. Neben dem einfachen Schlagen verfehlt auch ein einhändiges Quetschen, Ziehen oder Kneifen seine Wirkung nicht, insbesondere wenn sich das Gesäß schon im fortgeschrittenen Bearbeitungszustand befindet. Der Schlagrhythmus sollte keinem langweiligen Walzer nachempfunden sein. Hier ist ebenfalls Kreativität gefragt: Ob Schläge mit Ankündigung oder ohne; ob schnelle Abfolgen oder kleine Pausen dazwischen; bei allem gilt: Beobachten Sie Ihren Partner. Was gefällt ihm, was nicht? Wie ist seine Reaktion. Lässt er sich drauf ein und ist entspannt oder eher verkrampft?

Nach dem Spanking-Erlebnis

Kommt das aufregende Spielchen zu einem Ende, heißt es, langsam herunterzufahren. Wie beim Aufwärmen, sollte man nicht die vertraute Atmosphäre einfach wegwerfen und zum Tagesalltag übergehen. Besprecht wie ihr es fandet? Was hat dem Partner gefallen? Was könnte man noch besser machen? Es braucht keine ausführliche Analyse zu sein, manchmal reichen auch ein Kuss und ein wenig Knuddeln. Der Zeitumfang des Herunterkommens hängt individuell vom Paar ab und auch von ihrem Erfahrungshorizont. Gerade als Einsteiger darf man jedoch ruhig ausführlich besprechen, wie man es fand. Dies hilft bei zukünftigen Spanking-Abenteuern die Vorlieben des Anderen besser berücksichtigen und Körperreaktionen sicherer einschätzen zu können. Außerdem fördert es das gegenseitige Vertrauen, welches beim Spanking - wie bereits angesprochen - ein zentrales Element darstellt.

Wie bringe ich Schwung in meine Beziehung?